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Kann ich die Urne meines Familienmitglieds mit nach Hause nehmen?

In Deutschland herrscht klar ein Bestattungszwang für Urnen und Särge. Das Bestattungsgesetz eines jeden Bundeslandes schreibt bestimmte Formen der Überführung, Behandlung und Bestattung von Verstorbenen vor. In Baden-Württemberg ist die Mitnahme der Urne nach Hause oder auf ein anderes privates Grundstück nicht erlaubt, eine Lockerung des Bestattungsgesetzes ist diesbezüglich noch nicht vorgesehen. 

Das Verstreuen der Asche auf privatem Gelände ist im Moment nur in Bremen erlaubt. Viele Vorgaben müssen hierfür zu Lebzeiten bereits genehmigt werden. Um einen Bestattungstourismus aus anderen Ländern zu verhindern, muss der Verstorbene mit seinem letzten Wohnsitz auch in Bremen gemeldet sein. Weiterhin wird die schriftliche Nennung und Zustimmung einer Person benötigt, welche die Asche auf dem Grundstück verstreuen soll. Das Grundstück muss sich auch im privaten Besitz der Person befinden, die eine weitere Zustimmung zum Verstreuen der Asche unterschreiben muss. 

Die örtliche Behörde kann das Verstreuen der Asche allerdings auch verbieten. Zum Beispiel, wenn zum Zeitpunkt der Beisetzung viel Wind weht. Benachbarte Grundstücke dürfen nicht berührt oder beeinträchtigt werden. Die letztendliche Entscheidung zur Genehmigung der Beisetzung auf privatem Grund erstellt das Institut für Rechtsmedizin, welches in diesem Fall nicht wirklich über spezielle Kenntnisse verfügt und somit die Aufgabe neu verteilen muss.

Bis zum tatsächlichen Verstreuen der Asche zu Hause kann es daher bis zu acht Wochen nach Eintritt des Todes dauern. Danach muss die verfügte Person an Eides statt versichern, dass die Asche laut Vorgaben behandelt wurde. Die Aufbewahrung der Urne zum Beispiel auf dem Kaminsims ist aber auch in Bremen nach wie vor nicht erlaubt. 

Zuletzt aktualisiert am 31.03.2017 von Best. Klein.

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